2016 "SOZIALKAPITAL IN WIENER KLEINGARTENVEREINEN"

Social Capital in Allotment Garden Estates in Vienna
Projekt in Eigeninitiative
Projektleitung: Prof.Dipl.Ing. Ernst Gehmacher
Projektpartner: Dr. Günter Stummvoll
In Kooperation mit dem Zentralverband der Kleingärtner und dem Landesverband Wien
Laufzeit: Mai 2016 bis Jänner 2017


Die Kleingartenbewegung hat in Wien eine bald 100-jährige Geschichte. Heute gibt es in der Stadt 26.831 Kleingärten, die in 247 Vereinen und 13 Bezirksorganisationen organisiert sind. Kleingartenvereine sind traditionell durch hohen sozialen Zusammenhalt gekennzeichnet. Das gemeinsame Interesse an der eigenen kleinen „Landwirtschaft“ mit Obst- und Gemüseanbau (Selbstversorgungskultur), an der Gartengestaltung (Ziergarten), aber auch am Handwerk (Haustechnik) formt und fördert das nachbarschaftliche Gemeinwesen. Ist dieses „soziale Kapital“ in Zeiten virtueller Gemeinschaften (Social Media) noch relevant? Welche informellen Interessensgemeinschaften lassen sich in Kleingartenvereinen heute noch nachweisen? In wie fern ist bei Kleingartenvereinen überhaupt noch von Gemeinwesen zu sprechen? Wie intensiv sind die Sozialkontakte? Wie hoch ist die Anonymität?
Welche Bedeutung hat ein Schrebergarten für die Menschen heute? Nutzgarten? Ziergarten? Erholungs- und Rückzugsgebiet? Besteht weiterhin eine Gesinnungsgemeinschaft der KleingärtnerInnen innerhalb einer neuen Ökologiebewegung ("Urban Greening")? Oder steht seit der baurechtlichen Umwidmung zugunsten "ganzjährigen Wohnens" lediglich die Wohnfunktion im Vordergrund?  Wie werden Kleingartenvereine in Zukunft organisiert sein? Wird das freiwillige Engagement in der Vereinskultur sukzessive durch professionelle Verwaltungseinrichtungen nach dem Vorbild der Hausverwaltungen ersetzt werden?
In einer kultursoziologisch-ethnografischen Studie erforschen wir die geschichtliche Entwicklung und die aktuelle soziale Lebenswelt der KleingärtnerInnen in Wien mit dem Ziel der Förderung des Gemeinwesens in der Wiener Bevölkerung. In diesem Projekt wurde die Methode der partizipativen Aktionsforschung gewählt (Hella von Unger: Partizipative Forschung. Springer VS Verlag. 2014):
"Partizipative Forschung ist ein Oberbegriff für Forschungsansätze, die in der Tradition der Aktionsforschung stehen und soziale Wirklichkeit partnerschaftlich erforschen und beeinflussen" (Hella von Unger, S.13).
„Es geht nicht (nur) darum, deskriptiv wiederzugeben, wie gesellschaftliche Akteure die Wirklichkeit in ihrer Alltagswelt wahrnehmen, sondern darum, an dieser Perspektive anzuknüpfen und sie in partizipativen Prozessen gemeinsam zu hinterfragen, zu erweitern und zu vertiefen (Hella von Unger, S.100)“.
Den theoretischen Hintergrund zum Begriff des Gemeinwesens bieten die Klassiker der Soziologie Ferdinand Tönnies und Emile Durkheim, sowie die stadtsoziologischen Arbeiten von Georg Simmel, Pierre Bourdieu und Henri Lefebvre (und anderen).
 

English Version: Synopsis Social Capital in Allotment Garden Estates in Vienna.pdf (22034)





2015: "Filmfestivals und kinokulturelle Veranstaltungen in Wien"

Evaluation der Förderlandschaft

Projektleitung: Prof. Dr. Alfred Smudits, Dr. Günter Stummvoll

Durchführung am Institut Mediacult Wien im Auftrag der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7)

Die Kulturabteilung der Stadt Wien registriert seit der Jahrtausendwende ein zunehmendes Engagement von Kunst- und Kulturschaffenden für filmkulturelle Veranstaltungen. Es steigen die Anfragen um finanzielle Förderung zur Organisation von Filmfestivals und anderen Filmprojekten die in Kinos zusätzlich zum Regelbetrieb durchgeführt werden könnten. Diese aus kulturpolitischer Sicht grundsätzlich erfreuliche Entwicklung hat jedoch zur Folge, dass die vorhandenen Förderinstrumente der Stadt zur finanziellen Unterstützung solcher Veranstaltungen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Eine wissenschaftlich gestützte Studie soll – unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen der Stadt – eine entsprechende Bestandserhebung zu filmkulturellen Events der vergangenen Jahre durchführen, um eine Neustrukturierung der Förderlandschaft in die Wege zu leiten. Das Ziel der Untersuchung ist die Erarbeitung einer Grundlage für Vorschläge für eine Neustrukturierung der Fördermaßnahmen für Wiener Filmfestivals und Kinokultur sowie die Erstellung von konkreten Handlungsoptionen für die künftige Förderpraxis.



2015: "EPOS – Einbruchschutz und Prävention im städtischen Raum"

Projektleitung: Mag. Alexander Neumann

Projektmitarbeit: Dr. Günter Stummvoll

Durchführung: "IFUS - Institut für Urbane Sicherheitsforschung" und Verein "Sicher Leben Graz"

Aus gegebenen Anlass hat der Verein "Sicher Leben Graz" in Kooperation mit dem "Institut für urbane Sicherheitsforschung (IFUS)" und der Kriminalpolizei Graz folgendes Projektvorhaben skizziert. In drei Projektschritten (Modulen) soll zunächst der Status Quo erhoben und die Entwicklung der letzten Jahre rekonstruiert werden. Auf Basis der wissenschaftlichen Ergebnisse aus dem ersten Arbeitsschritt wird "Sicher Leben Graz" eine Reihe von Informationsveranstaltungen (BürgerInnenforen) in den Bezirken organisieren, in denen gemeinsam mit dem kriminalpolizeilichen Beratungsdienst auf praktische Konsequenzen der jüngsten Entwicklungen bei Wohnungseinbrüchen für den/die EinzelneN eingegangen werden soll. Abschließend soll im letzten Projektschritt das Wissen über die Betroffenheit der GrazerInnen (Modul 1 & 2) um das ExpertInnenwissen von Fachleuten aus der Sicherheitsbranche ergänzt werden und eine Studie zur Erstellung eines „Grazer Zertifizierungsstandards zum Einbruchsschutz in Wohnungen und Privathäusern“ erstellt werden.

 

Mitarbeit in nationalen und Europäischen Forschungsprojekten 1998 - 2016:

 

 

2009 – 2012: Donau Universität Krems, Department für Bauen und Umwelt: 

2008 – 2010: Keele University, Centre for Criminological Research, UK (Marie Curie Intra-European Fellowship):

2004 – 2008: Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS), Wien

  • MA18: Einbruchschutz in Wien
  • ÖNB-Jubiläumsfond-Projekt: ISRD_2: International Juvenile Self-Report Delinquency Study
  • FP7- AGIS: Juvenile Justice Systems in Europe (Coordinator: Universität Greifswald (D))
  • FP6- AGIS “A European Evaluation Framework for the Design of Secure Urban Environments” (Coordinator: Salford University)
  • FP6- AGIS: DAC – X-Change: Developing the Secured By Design European Exchange Tool (Coordinator: Salford University)
  • Übersetzungsbericht zum Fragebogen des EUROSTAT Victimisation Survey (project leader: Statistik Austria)

2003 – 2004: Institut für Höhere Studien, Department für Soziologie, Wien:

  • ÖNB-Jubiläumsfond-Projekt: "Kooperative Kriminalprävention in Wien: Stadtplanung, Polizei und Zivilgesellschaft" (Teil der Dissertation).
  • FP6-AGIS: "European Resource Directory for the Design of Secure Urban Environments" (Coordinator: Salford University)

2002 – 2003: Keele University, Department for Criminology, UK (Marie Curie Early Stage Training):

  • „The Governance of Urban Safety: Crime Prevention and Public Policy“

1997 – 1998: Monash University, Melbourne, Australien:

  • "Akzeptanz von Neighbourhood Watch Programmen in Melbourne" (Teil der Diplomarbeit)

1998 – 2001: Kuratorium für Verkehrssicherheit, Institut für Verkehrspsychologie, Wien:

  • "DAN - Description and Analysis of Post Licensing Measures for Novice Drivers".
  • "Indicators of Fatigue of Commercial Drivers and Possible Measures from a Psychological Point of View".
  • "ANDREA - Analysis of Driver Rehabilitation Programs in Europe"
  • "ADVANCED Driver Training"

 

MOST RECENTLY COMPLETED RESEARCH PROJECT:

PLuS - Planning Urban Security

Project coordinator: Landeskriminalamt Niedersachsen (D)

Project consortium:

- University Salford: Design Against Crime Solution Centre (UK)

- Woiwodschaftliches Polizeihauptquartier Stettin (PL)

- Donau Universität Krems: Department Bauen und Umwelt (A)

Project time: July 2009 – June 2012

Funding: European Commission, GD Freedom, Security and Justice: “Prevention and Fight Against Crime 2008”

Austria:

Danube University Krems, Department for Building and Environment: "Facility Management and Security”

Researchers: Dr. Günter Stummvoll, DI.Dr. Helmut Floegl

Research area: Vienna, Floridsdorf Railway Station

 

Erscheinungen der sozialen Unordnung und der Kriminalität werden vielfältig durch die Art der Raumnutzung und der Raumgestaltung bestimmt. Die Gestaltung und das Management des Sozialraums kann gezielt eingesetzt werden, um Tatgelegenheitsstrukturen zu verändern und folglich ein Gefühl der Sicherheit vor Ort zu unterstützen.

Das Projekt PluS soll Möglichkeiten und Effekte von raumbezogenen kriminalpräventiven Ansätzen feststellen. Es werden hierzu länderübergreifende Standards für Inhalt, Verfahren und Organisation von Maßnahmen der Kriminalprävention im Städtebau aus England, Österreich, Polen und Deutschland beschrieben.

PluS hat dabei zum Ziel, inhaltliche, methodische und organisatorische Standards für die Kriminalprävention im Städtebau herauszuarbeiten, die unabhängig von den jeweiligen lokalen Bedingungen für eine städtebaubezogene kriminalpräventive Arbeit Geltung haben und Grundlage dieser Arbeit in allen Ländern der EU sein können.

Als Ziel des Projekts sollen von den in den jeweiligen Partnerländern gegebenen politischen, gesellschaftlichen, rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen unabhängige

  • Möglichkeiten der Einbeziehung von kriminalpräventiven Aspekten in städtebauliche Vorhaben,
  • Wege der Einbringung von kriminalpräventiven Aspekten durch die Polizei in städtebauliche Planungs- und Umsetzungsprozesse sowie
  • inhaltliche und methodische Standards für eine die Sicherheitsbedürfnisse der Bewohner und Nutzer beachtende polizeiliche Erarbeitung von raumbezogenen Sicherheitskonzepten identifiziert werden. Dieses soll die Grundlage für ein länderübergreifendes polizeiliches Handlungskonzept zur Kriminalprävention im Städtebau sein.

Situative Kriminalprävention:

Im Rahmen der kriminologischen Diskussion wird angenommen, dass sowohl strukturelle Faktoren als auch verhaltensrelevante Faktoren die Sicherheitslage eines Stadtteils beeinflussen können. Das Zusammenspiel von Bevölkerungsstruktur und Infrastruktur ist für die Belebung des öffentlichen Raums maßgeblich und verleiht dem Ort seine spezielle Charakteristik.

Durch die Veränderung der Tatgelegenheitsstruktur kann das Vorhaben für einen motivierten Täter erschwert werden (d.h. Tataufwand erhöhen, Entdeckungswahrscheinlichkeit erhöhen, Tatertrag verringern). Jedoch ist die “Situation” ein sehr komplexes sozial-räumliches Phänomen, das eingehender Untersuchungen bedarf. Hier setzt das Projekt PluS an, indem Sozialräume im Hinblick auf folgende Raumkomponenten in einer “kriminologischen Sozialraumanalyse” untersucht werden:

  • physische Komponenten (Beleuchtung, Raumgestaltung, Form und Materialien der Möblierung, Übersichtlichkeit, Zugangsbeschränkungen, etc.),
  • soziale Komponenten (demografische Zusammensetzung der Wohnbevölkerung und der Menschen die sich im Stadtteil aufhalten, Belebung des Raumes, soziale Schichtung, etc.)
  • infrastrukturelle Komponenten (Dienstleistungsangebote und Handel bewirken bestimmtes Kunden-Klientel und bestimmen die Nutzungsstruktur) und
  • organisatorische Komponenten (Ordnungsvorschriften, Kontrollpraktiken, Kontrollinstitutionen).

Aus der Summe dieser Komponenten kann eine “lokale Kontrollkultur” nachgezeichnet werden.